Worte zum Ruhestand · Karte, Rede, Abschiedsmail

Persönliche Worte zum Ruhestand. Für diesen einen Menschen.

Sie suchen Worte zum Ruhestand. Vielleicht für Ihren Mann. Vielleicht für Ihre Mutter. Vielleicht für eine Kollegin, die nach vierzig Jahren geht. Vielleicht für sich selbst.

Sie haben schon Sprüche gelesen. Karten angeschaut. Vorlagen gesammelt. Und gemerkt, es passt nicht. Nicht für diesen Menschen. Nicht für diese Jahre.

Hier finden Sie Beispiele, die Sie weiterschreiben können. Für die Karte, für die Rede, für die eigene Abschiedsmail. Und wenn ein paar Sätze nicht reichen, gestalte ich eine ganze Zeremonie für diesen Menschen.

  • Beispiele für Karte, Rede und Mail
  • Von einer Rednerin geschrieben
  • Berlin und Brandenburg

Kati in echt. Zweieinhalb Minuten Video.

Kati Kreyser, freie Rednerin, schreibt persönliche Worte zum Ruhestand
Foto Marko Dietrich

Ein paar Gedanken vorab

Was sagt man zum Ruhestand?

Es gibt keine richtigen Worte zum Ruhestand. Es gibt nur ehrliche. Die besten sagen etwas über diesen Menschen, nicht über den Anlass. Nicht „Genieß den Ruhestand“. Sondern „Ich habe nie vergessen, wie du damals …“

Ernst oder mit Humor, kurz oder ausführlich. Beides ist richtig, es kommt auf den Menschen an. Für eine Karte reichen zwei warme Sätze. Für eine Rede dürfen es Geschichten sein.

Beispiele

Persönliche Worte zum Ruhestand, Beispiele

Nehmen Sie diese Worte als Anfang, nicht als Vorlage. Tauschen Sie einen Namen, eine Erinnerung, einen Satz. Dann gehören sie diesem einen Menschen.

Worte von Familie und Freunden

Von der Tochter

Du hast immer gesagt, für das Wichtige sei später Zeit. Papa, das Später ist jetzt. Und wir holen alles nach.

Vom Sohn

Du hast jeden Morgen um sechs die Tür hinter dir zugezogen. Ab jetzt darfst du sie offen lassen. Ich komme vorbei.

Vom Partner

Vierzig Jahre warst du morgens raus, bevor wir wach waren. Jetzt bleibst du. Und ich freue mich auf jedes Frühstück, das jetzt kommt.

Von den Enkeln

Jetzt hast du endlich Zeit für uns. Wir haben schon eine Liste.

Von einer Freundin

Wir kennen uns aus einer Zeit, in der wir beide dachten, Arbeit sei das halbe Leben. Jetzt bekommst du die andere Hälfte zurück. Verbring sie mit uns.

Abschiedsworte im Arbeitsumfeld

Worte am letzten Tag können sagen, was ein Mensch in all den Jahren bedeutet hat. Was im Alltag gefehlt hat, holen sie nicht nach. Deshalb wirken sie nur, wenn sie ehrlich sind. Lieber ein wahrer Satz als ein großer.

Von Kolleginnen und Kollegen

Du warst die, die geblieben ist, wenn es eng wurde. Das vergisst hier keiner. Mach es dir jetzt selbst einmal leicht.

Von der Führungskraft

Sie haben dieses Team nicht nur geführt, Sie haben es zusammengehalten. Was Sie hinterlassen, steht in keiner Übergabe. Danke dafür.

Im Namen der Geschäftsführung

34 Jahre, drei Umzüge, zwei neue Firmennamen. Sie waren die Konstante. Dafür danken wir Ihnen. Nicht nur im Namen des Hauses, sondern jede und jeder von uns.

An den Chef, die Chefin

Sie mussten oft entscheiden, was keiner entscheiden wollte. Dass wir trotzdem gern hierher gekommen sind, war Ihr Verdienst. Tragen Sie jetzt nur noch für sich selbst Verantwortung.

Kurz und warm

Dreißig Jahre, ein Haus voller Geschichten, die alle mit Ihnen anfangen. Wir werden sie weitererzählen.

Vom Team an einen Kollegen, eine Kollegin

Wer weiß jetzt, wo der Schlüssel für den Keller liegt? Wir werden dich vermissen. Und den Schlüssel suchen.

Worte für besondere Berufe

Für eine Lehrerin, einen Lehrer

Vierzig Schuljahre, unzählige Namen, und für jedes Kind ein eigener Blick. Jetzt klingelt es zum letzten Mal. Diesmal für Sie.

Für eine Erzieherin, einen Erzieher

Bei dir haben Kinder laufen gelernt, trösten gelernt, mutig sein gelernt. Jetzt ist deine Zeit dran. Lauf los.

Für die Pflege

So viele Nachtdienste, Handgriffe, die niemand zählt, und Ruhe, wenn alle anderen keine hatten. Jetzt wünschen wir Ihnen genau das, was Sie so oft verschenkt haben. Zeit und Zuwendung.

Für den Hausarzt, die Hausärztin

Sie haben uns geimpft, beruhigt, ernst genommen und oft einfach zugehört. Ein Wartezimmer ohne Sie ist schwer vorstellbar. Bleiben Sie gesund. Diesmal wünschen wir es Ihnen.

Für Beamtinnen und Beamte

Sie haben Ihr Amt geführt, wie man es sich wünscht. Genau, geduldig und mit Blick für die Menschen hinter den Anträgen. So etwas steht in keiner Urkunde. Deshalb sagen wir es hier.

Wenn Sie die Person kaum kennen

Sie brauchen keine gemeinsamen Geschichten. Es reicht, was Sie beobachtet haben. Wie jemand gegrüßt hat, wofür jemand im Haus bekannt war, was danach anders sein wird.

Aus dem Nachbarteam

Wir haben nie im selben Team gearbeitet. Aber Ihr Lachen auf dem Flur gehörte zu diesem Haus. Es wird uns fehlen.

Nach kurzer gemeinsamer Zeit

Ich kenne Sie erst seit zwei Jahren. Trotzdem habe ich von Ihnen mehr über gutes Arbeiten gelernt als in manchem Jahrzehnt davor. Danke dafür, und alles Gute für das, was jetzt kommt.

Kurze Worte für die Karte

Herzlich

Vierzig Jahre, in denen du da warst. Jetzt sind die Tage dir. Genieß sie, du hast sie dir verdient.

Knapp

Kein Wecker. Kein Müssen. Nur noch Wollen. Auf Ihren schönsten Abschnitt.

Mit einem Augenzwinkern

Du gehst nicht in Rente. Du fängst nur endlich an, deine eigene Zeit zu leben.

Mehr als eine Karte

Ein persönlicher Abschiedsbrief

Manchmal passt das Ungesagte nicht auf eine Karte. Dann schreiben Sie einen Brief. Eine Seite reicht. Nicht über das Haus, sondern über das, was dieser Mensch für Sie getan hat. Einen Brief kann dieser Mensch später noch einmal lesen. Deshalb darf darin auch stehen, was Sie im Trubel des Abschieds vielleicht nicht aussprechen würden.

TippDrei Dinge machen den Brief persönlich. Ein konkreter Moment. Etwas, das Sie gelernt haben. Ein Wunsch, der zu diesem Menschen passt.

Beispiel für einen Brief an eine Vorgesetzte, einen Vorgesetzten

Liebe Frau [Name], lieber Herr [Name],

als ich vor zwölf Jahren angefangen habe, haben Sie mir am ersten Tag gesagt, dass dumme Fragen hier nicht verboten sind. Ich habe davon reichlich Gebrauch gemacht.

Sie haben mir Dinge zugetraut, bevor ich sie mir selbst zugetraut habe. Den ersten großen Kunden. Die erste Präsentation vor der Geschäftsführung. Und Sie haben hinterher nie gesagt, dass Sie es gewusst haben. Sie haben einfach gelächelt.

Das habe ich Ihnen nie gesagt. Jetzt steht es hier.

Ich wünsche Ihnen Zeit für alles, was in den letzten Jahren warten musste.

Ihre [Name], Ihr [Name]

Mit Humor, wenn er passt

Manche Menschen würden sich falsch geehrt fühlen, wenn alles nur feierlich wäre. Für die darf ein Lächeln in die Worte. Solange es diesen Menschen meint und nicht irgendeinen.

Ab jetzt ist jeder Tag Samstag. Nur das mit dem Müll rausbringen, das bleibt.

Du hast vierzig Jahre den Wecker gehasst. Jetzt darfst du ihn endlich besiegen. Schlaf lange, du hast gewonnen.

Herzlichen Glückwunsch. Ab heute bist du für nichts mehr zuständig, außer für dein Glück.

Ein Augenzwinkern am Anfang, ein ehrlicher Satz am Ende. So bleibt es leicht und wird trotzdem nicht beliebig.

Vom Ruhestand in den Unruhestand

Nicht jeder setzt sich zur Ruhe. Manche fangen jetzt erst richtig an. Das Instrument, das seit Jahren wartet. Die Sprache, das Ehrenamt, die Enkel. „Jetzt erhol dich gut“ trifft niemanden, der gerade Anlauf nimmt.

Du gehst nicht in den Ruhestand. Du gehst in deinen Unruhestand. Und wir sind gespannt, was du als Nächstes anfängst.

Ihr eigener Abschied

Wenn Sie selbst in den Ruhestand gehen

Dann drehen sich die Worte um. Kein Dank an Sie, sondern Ihr Dank an die anderen. Und die Frage, wie man sich nach vielen Jahren verabschiedet, ohne dass es steif klingt oder zu viel wird.

Zwei Dinge reichen fast immer. Was Sie mitnehmen. Und was Sie denen wünschen, die bleiben.

Abschiedsmail an Kolleginnen und Kollegen

Schicken Sie sie am letzten oder vorletzten Arbeitstag. Kurz, persönlich, ohne Lebenslauf.

Betreff Mein letzter Arbeitstag

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

morgen ist mein letzter Tag. Nach 27 Jahren räume ich meinen Schreibtisch, und es fällt mir schwerer, als ich dachte.

Ich nehme viel mit. Die Kaffeepausen am Fenster. Die Freitage, an denen wir alles noch geschafft haben. Und die Erfahrung, dass man hier um Hilfe bitten darf.

Ich wünsche euch, dass das so bleibt. Und dass jemand weiter die Blumen gießt.

Danke für alles.
[Name]

Abschiedsmail an Kundinnen und Kunden

Hier darf es sachlicher sein. Wichtig ist, wer ab jetzt für sie da ist.

Sehr geehrte Frau [Name], sehr geehrter Herr [Name],

zum Monatsende gehe ich in den Ruhestand. Ich möchte mich bei Ihnen für viele Jahre gute Zusammenarbeit bedanken. Ab dem [Datum] ist [Name] für Sie da und kennt Ihre Vorgänge.

Es war mir eine Freude, mit Ihnen zu arbeiten.

Mit herzlichen Grüßen
[Name]

Eine kurze eigene Rede

Viele werden am letzten Tag gebeten, noch etwas zu sagen. Eine Minute reicht. Ein Moment, ein Dank, ein Wunsch.

Beispiel, etwa eine Minute

Ich habe lange überlegt, was ich heute sage. Dann ist mir mein erster Tag eingefallen. Ich stand an der Pforte und wusste nicht, wo ich hin soll. Jemand hat mich abgeholt. Das ist 31 Jahre her.

Seitdem bin ich oft abgeholt worden. Wenn ich nicht weiterwusste. Wenn etwas schiefging. Wenn ich einfach einen Kaffee brauchte.

Dafür danke ich euch. Ich gehe mit einem guten Gefühl. Und ich wünsche euch, dass ihr euch weiter so abholt.

TippLesen Sie den Text einmal laut, bevor Sie ihn halten. Was sich beim Sprechen fremd anfühlt, darf raus.

Wenn Sie Ihren Abschied größer denken möchten

Rede halten

Was sagt man in einer Rede zum Ruhestand?

Eine Abschiedsrede zum Ruhestand braucht keinen Lebenslauf. Sie braucht einen Anfang, der die Zuhörer holt, zwei echte Geschichten und einen Schluss, der nach vorn zeigt. Drei bis fünf Minuten reichen fast immer.

Eine gute Rede hat drei Momente.

  1. 1Erst wird gelacht.
  2. 2Dann wird es kurz still.
  3. 3Und dann geht der Blick nach vorn.

Der Anfang. Ein Moment, keine Daten

Eine kleine Szene, die alle sofort erkennen. Oder ein Satz, den dieser Mensch immer sagt. Wer in den ersten dreißig Sekunden lächelt, hört auch den Rest gern.

„Wenn morgens um sieben schon Kaffee in der Küche stand, wussten wir, Sie sind da. Ab Montag müssen wir ihn selbst kochen.“

„Ich habe gefragt, was man über dich wissen muss. Drei Leute haben dasselbe gesagt. Sie hat immer eine Schere in der Schublade.“

Die Mitte. Zwei Geschichten statt zehn Stationen

Was hat dieser Mensch getragen, was bleibt im Team, welche Geschichte kennt jeder im Raum? Eine konkrete Erinnerung schlägt jede Jahreszahl. Nicht „Sie waren immer hilfsbereit“, sondern der eine Abend, an dem es so war.

Im Raum sitzen nicht nur die, die sich verabschieden. Es sitzen auch die, die bleiben. Sie hören genau hin, wie hier mit einem langen Arbeitsleben umgegangen wird.

Der Schluss. Nach vorn enden

Ein ehrlicher Dank, ein Wunsch für das, was jetzt beginnt. Kein zweiter Anlauf. Ein guter letzter Satz darf kurz sein.

„Wir lassen Sie ungern gehen. Aber wir freuen uns auf jede Postkarte vom Wasser.“

„Danke für 38 Jahre. Der Stuhl bleibt erst mal frei.“

Wer spricht

Meist beginnt die Führungskraft, dann jemand aus dem Team. Zum Schluss darf sprechen, wer geht. Zwei bis drei Beiträge reichen, jeder nicht länger als fünf Minuten.

Wenn im Haus niemand die Worte findet, gestalte ich eine Ruhestandszeremonie. Ich führe vorher die Gespräche, schreibe die Rede und halte sie selbst. Zur Zeremonie

So schreiben Sie selbst

  1. Beim Menschen anfangen, nicht beim Anlass. Nicht „Was sagt man zum Ruhestand?“, sondern „Wer ist dieser Mensch?“
  2. Eine konkrete Erinnerung wählen. Ein gemeinsamer Moment sagt mehr als zehn Eigenschaftswörter.
  3. Den Ton an den Menschen anpassen. Lieber ehrlich und schlicht als feierlich und leer.
  4. Mit einem Wunsch nach vorn enden. Jetzt kommt etwas Neues, und es sei diesem Menschen gegönnt.

Der Moment beim Händedruck

Sie halten keine Rede, wollen am letzten Tag aber nicht nur nicken? Ein einziger Satz, der stimmt, reicht.

„Ich habe gern mit Ihnen gearbeitet. Und das sage ich nicht einfach so.“

Ruhestandszeremonie

Wenn zwei Sätze nicht reichen

Viele lange Arbeitsleben enden mit einem Händedruck auf dem Flur. Nicht, weil niemand dankbar wäre. Sondern weil niemand weiß, wie.

Eine Abschiedsrede dauert ein paar Minuten. Eine Ruhestandsfeier ist ein Fest mit Kuchen, Reden und Geschenken. Eine Ruhestandszeremonie gibt dieser Feier einen persönlichen Mittelpunkt. In diesen 30 bis 45 Minuten geht es um den Menschen, sein Arbeitsleben und den Blick nach vorn.

Für Betriebe

Sie verabschieden jemanden, der Ihr Haus geprägt hat. Es soll würdig werden, aber nicht steif. Ich spreche vorher mit Ihnen und mit Menschen aus dem Team. Die Zeremonie findet in Ihren Räumen statt, im Restaurant oder dort, wo es passt.

Für Familien

Ein Mensch aus Ihrer Familie hört auf zu arbeiten. Der letzte Arbeitstag soll nicht der einzige Moment bleiben, an dem jemand Danke sagt. Dann feiern wir im Garten, im Lieblingslokal oder im Wohnzimmer.

Was ich mache

  • Ich spreche vorher mit dem Menschen, der in den Ruhestand geht, oder mit ausgewählten Menschen, die seinen Weg gut kennen.
  • Ich schreibe die Rede aus diesen Gesprächen.
  • Ich halte sie selbst und leite die Zeremonie.
  • Auf Wunsch gehört ein persönliches Ritual zur Zeremonie.

Eine Rede, die jemand anderes hält, schreibe ich nicht. Meine Worte entstehen für meine Stimme und für diesen Moment.

  • Ruhestandszeremonie
  • 30 bis 45 Minuten
  • 800 € inkl. MwSt.
  • Berlin und Brandenburg

Häufige Fragen

Häufige Fragen zu Worten zum Ruhestand

Pensionierung oder Ruhestand, was ist richtig?

Beides. In Deutschland sagt man Pensionierung meist bei Beamtinnen und Beamten, bei Angestellten Rente oder Ruhestand. In persönlichen Worten klingt Ruhestand wärmer.

Was kann man statt einer Rede machen?

Einen Brief schreiben. Ein Buch füllen, in dem jede und jeder einen Satz hinterlässt. Oder eine Ruhestandszeremonie, bei der jemand anderes die Worte findet und hält.

Was, wenn mir einfach nichts einfällt?

Nicht beim Schreiben anfangen, sondern beim Erinnern. Was werde ich vermissen? Worüber haben wir gelacht? Was wünsche ich diesem Menschen? Aus den Antworten wird fast von selbst ein Text.

Was schreibt man in eine Sammelkarte vom Team?

Oben ein gemeinsamer Satz. Darunter jede und jeder einen eigenen. Nicht zehnmal „Alles Gute“, sondern zehn kleine Erinnerungen.

Wann schicke ich meine Abschiedsmail?

Am letzten oder vorletzten Arbeitstag, am besten vormittags. Dann kann noch jemand antworten oder vorbeikommen. Kundinnen und Kunden schreiben Sie früher, damit die Übergabe klar ist.

Wie lange dauert eine Ruhestandszeremonie?

30 bis 45 Minuten. Lang genug für Geschichten, kurz genug, dass danach noch gefeiert wird.

Kontakt

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Wenn eine Ruhestandszeremonie passt, sage ich es Ihnen. Wenn nicht, auch.

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