Du kennst das Gefühl. Dein Vater geht in Rente, deine Mutter auch, und im Betrieb gibt es eine kleine Feier mit Reden, die nach Standard klingen. Dabei hat dieser Mensch ein ganzes Berufsleben getragen. Hat morgens das Haus verlassen, abends Brote für den nächsten Tag geschmiert, Kinder großgezogen nebenbei. Und jetzt soll das mit einem Sekt und einem Foto an der Pinnwand vorbei sein. Eine Ruhestandszeremonie, die du als Tochter oder Sohn für deine Eltern in Auftrag gibst, ist ein Geschenk, das nicht im Schrank verschwindet. Es ist ein Nachmittag, an dem dieser Mensch wirklich gesehen wird. Mit den Geschichten, die nur ihr kennt. Mit den Macken, die ihr liebt. Mit der Würdigung, die er oder sie sich nie selbst zugestehen würde.
So läuft es bei euch ab
- Das Vorgespräch findet mit dir statt, gerne auch mit Geschwistern oder Partner dazu
- Ihr entscheidet, ob Mama oder Papa vorher davon weiß
- Ich sammle eure Geschichten, die echten, die schiefen, die liebevollen
- Auf Wunsch binde ich auch Stimmen von ehemaligen Kollegen oder Freunden ein
- Ort meistens im Familienkreis, zu Hause, im Garten oder in einer kleinen Location
Was, wenn Mama das peinlich findet?
Wenn ich diese Sorge im Vorgespräch höre, weiß ich schon, dass es genau das Richtige für sie ist. Menschen, denen Aufmerksamkeit unangenehm ist, sind oft die, die sie am dringendsten brauchen. Ich gestalte den Rahmen so, dass es sich nicht nach Bühne anfühlt. Sondern nach: jemand hat hingeschaut.